Keep calm: ChatGPT wird Kreativität nicht ersetzen.

25. Januar 2023
Chatgpt will not replace creativity_1
2023 ist noch jung, aber das nächste große Ding nach Web3 ist schon gefunden: ChatGPT.
Zumindest wenn man sich die Flut von Artikeln, Beiträgen, Investitions-Aankündigungen und geänderten LinkedIn-Stellenbeschreibungen zur neuesten KI-Technologie ansieht. Wieder einmal steht die Revolution vor der Tür und ChatGPT wird alles verändern – vor allem für Marketingfachleute. Aber bitte, jetzt erstmal tief durchatmen und nur nicht durchdrehen: ChatGPT wird Kreativität nicht ersetzen. Sicher, im Vergleich zu Web3 scheint der Hype durchaus gerechtfertigt. ChatGPT ist eine erstaunliche Technologie, die auch für Nicht-Techies leicht zugänglich ist – und schon jetzt konkret anwendbar. Menschen benutzen es, um:
  • Texte aller Art zu schreiben – Artikel, Bücher, Filmdrehbücher, Romane usw..
  • Formeln für verschiedene Programme zu erstellen – Excel-Tabellen, Notion-Vorlagen usw..
  • Skripte in Programmiersprachen wie Python zu entwickeln, die wirklich funktionieren – z. B. für den Handel mit Kryptowährungen, Websites usw., aber (natürlich) auch für Malware und Viren.
  • Ideen und Pläne generieren – z. B. für Namen, Fitnesspläne, Geschenke.
Im Moment tauchen jede Minute neue Anwendungen auf, die auf ChatGPT bzw. GPT-3 aufbauen. So wie daydrm.ai, ein Tool zur Erstellung von Werbe-Ideen, das der feuchte Traum vieler Marketingfachleute sein dürfte – zumindest von denen, die kreativen Output möglichst billig und auf Masse brauchen. Kurz gesagt: Mit ChatGPT fühlt man sich wie Tony Stark in Avengers – man braucht Ideen nur auszusprechen und Jarvis führt sie aus. Vor allem, wenn man ChatGPT dann noch mit anderen KI-Tools wie Midjourney, DALL-E usw. kombiniert. via GIPHY Aber wie immer bei jedem Hype gibt es auch Ängste und Skepsis:
  • Wird ChatGPT Kreativität ersetzen und die Arbeit von Millionen von Menschen überflüssig machen?
  • Wird ChatGPT geistiges Eigentum entwerten? Wird ChatGPT Bildung untergraben, wenn Menschen nicht lernen, Probleme selbst zu lösen?
  • Wird ChatGPT der Katalysator für die Geburt von Skynet sein und die Herrschaft der KI-Overlords einleiten?
Alles berechtigte und wichtige Fragen, die wir verhandeln müssen. Aber wir übersehen dabei einen wichtigen Punkt: ChatGPT mag sich wie eine Wundermaschine anfühlen, die großartige Antworten auf alle Fragen liefert, die wir uns vorstellen können. Allerdings: ChatGPT ersetzt nicht die Pflicht für Menschen, selbst zu denken.
  • Wir müssen erst die richtigen Fragen stellen, um gute Antworten zu erhalten. Um die KI zum Laufen zu bringen, brauchen wir eine Vorstellung davon, was wir wissen oder erstellen möchten. Und müssen klare Anweisungen geben, wie der Output strukturiert und geliefert werden soll.
  • Wir brauchen menschliches Urteilsvermögen, um zu beurteilen, ob eine Antwort richtig ist. Die KI versteht die Bedeutung und den Kontext unserer Fragen nicht wirklich. Sie kann auch die „kreative Qualität“ ihres Outputs nicht beurteilen oder entscheiden, was die beste Antwort für unser Problem oder Anwendungsfall ist – sie generiert nur Ergebnisse.
  • Wir brauchen eine zusätzliche Validierung, um Fakten und Annahmen zu überprüfen. ChatGPT erstellt Antworten aus seiner Wissensbasis – aber es versteht nicht, welche Daten, Fakten oder Theorien wahr sind (#fakenews), noch zeigt es Quellen an oder ist haftbar für Falschaussagen.
Also, noch einmal: Bleiben wir entspannt und schauen erstmal, wo uns die Reise hinführen kann. ChatGPT ist ein leistungsfähiges Tool, das großartige neue Möglichkeiten für Ideen, Kreationen und Automatisierungen eröffnet. Wir müssen trotzdem selber denken, um es angemessen zu nutzen. Nutzen wir es, um unsere Vorstellungskraft zu bereichern. Nervige Detail-Arbeit zu erledigen. Oder Experimentieren und Prototyping zu beschleunigen. Und während wir Spaß damit haben, eines nicht vergessen: Mit großer Macht kommt große Verantwortung.
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